Centralasiatischer Owtscharka

Centralasiatischer Owtscharka Rüde, ca. 1 Jahr

Centralasiatischer Owtscharka Rüde, ca. 1 Jahr

Der Centralasiatische Owtscharka (CAO) wird von der FCI unter Nr. 335 mit dem Ursprungsland Russland geführt, was schlicht und einfach falsch ist.

Der Centralasiatische Owtscharka - oder besser: Die zentralasiatischen Hirtenhundrassen bzw. -schläge, die in ihn eingekreuzt worden sind - stammen ursprünglich aus Zentralasien, also hauptsächlich aus Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisien und Afghanistan.

Die Zerstörung der Hirten- und Nomadenkultur in den oben angegebenen Staaten der ehemaligen Sowjetunion hat die wirklich ursprünglichen Tiere nahezu vollständig verschwinden lassen, deshalb ist es sicher zu spät für den Versuch, alle Rassen und Schläge der zentralasiatischen Hirtenhunde zu erhalten. Fast ausschließlich Mischtypen sind in der damaligen Sowjetunion gezüchtet worden und erhalten geblieben. Nahezu die gesamte Zucht unter dem Dach der FCI im heutigen Russland und in Ost- sowie Westeuropa basiert auf diesen Tieren.

Besser sieht es wohl nur in Afghanistan aus, dem einzigen Herkunftsland, das nie Sowjetrepublik war und auch während der Besetzung nie vollständig unter Kontrolle der sowjetischen Besatzungstruppen stand.

Centralasiatischer Owtscharka Rüde, ca. 2,5 Jahre alt

Centralasiatischer Owtscharka Rüde, ca. 2,5 Jahre

Auch wenn in ihrem Bestand bedroht, existiert in Afghanistan noch eine unter dem Gesichtspunkt der Zucht wohl ausreichende Anzahl an ursprünglichen Hirtenhundtypen. Einzelne wichtige Blutlinien sind jedoch bereits ausgestorben oder akut vom Aussterben bedroht. Der Sage Koochee (Nomadenhund), der zentralasiatische Hirtenhund aus Afghanistan, wird aber sicher nur dann als eigenständige Rasse bestehen bleiben, wenn die afghanische Nomadenkultur erhalten bleibt. Weitere Informationen zum Sage Koochee finden Sie unter www.sage-koochee.de.

Die Zukunft des Centralasiatischen Owtscharka als Mischtyp wie ihn die FCI anerkannt hat ist alleine davon abhängig, ob sich die Züchter durchsetzen, die dem Trend widerstehen, immer schwerere und übergroße Hunde mit riesigen Köpfen und unnatürlich breiter Stellung der Vorderbeine, oft mit Hilfe von Inzucht, enger Linienzucht oder gar durch Einkreuzung molossoider Rassen, zu züchten. Sie müssen viele Widerstände aus dem Weg räumen, die ihnen von Konkurrenten, aber auch von Ausstellungsrichtern und den jeweiligen Vereinen und Verbänden entgegen gesetzt werden. Ihre Anstrengungen werden aber sicher durch die bessere Gesundheit ihrer Hunde belohnt werden.

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